Den nachfolgenden Artikel haben wir bewusst in dieses Heft genommen, um zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten die beteiligten Personen bei der Entstehung der Altstadtkirmes zu kämpfen hatten. Wenn man heute sieht, wie die Kirmes sich zu einem festen und wichtigen Bestandteil des kulturellen Lebens der Altstadt entwickelt hat und der Frühschoppen am Montagmorgen weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt geworden ist, dann kann man kaum glauben, dass viele Leute diese Altstadtkirmes schon im Vorfeld torpedierten und auch nach dem erfolgreichen Start noch keine Ruhe gaben.

Die folgenden Seiten wurden vor fast 20 Jahren nach der 2. Altstadtkirmes in Umlauf gebracht, wobei der Verfasser nicht den Weg wählte, sich z.B. im Arbeitskreis Altstadtkirmes oder in der Weißergasser Kirmesgesellschaft zu Wort zu melden, sondern es vorzog, anonym gegen die Aktiven zu wirken. Dass er damit genau zu einem der Ecken- und Straßensteher wurde, die er selbst kritisierte, scheint ihm gar nicht bewusst geworden zu sein.

Sicher wäre es überlegenswert gewesen, sich in die Weißergasse zurück zu ziehen und dort in der Abgeschiedenheit der Sporthalle ein Straßenfest zu feiern. Unser Bestreben jedoch war es, den aktuellen und ehemaligen Bürgern der Altstadt sowie allen Freunden eine Kirmes zu geben, an der sich alle beteiligen können. Und dass wir Ihnen am Kirmessonntag einen, wie wir denken, sehr schönen Umzug mit vielen Musikkapellen und bunten Gruppen bieten können, freut uns einerseits und ist andererseits aber auch nur möglich, weil Sie dieses Angebot angenommen haben und diesen Erfolg ermöglichen.

Somit ist der Verfasser dieses Schreibens Gott sei Dank ein einsamer Rufer in der (Stein-) Wüste der Weißergasse geblieben und die Tradition des ältesten Volksfestes der Stadt Koblenz gedeiht prächtig im Herzen der Altstadt.

Die Altstadtkirmes!!!!

Verfasser: will anonym bleiben

Es war bestimmt nur beste Absicht eine Altstadtkirmes zu machen, weil in der Weißergasse nicht mehr so viel Zuspruch war wie Früher die Alten sind ausgestorben und für manche Jungen gibt es leider in der heutigen Zeit zu viel Abwechslung, man muß schon mit Engelszungen reden damit überhaupt noch Jemand bereit ist etwas für ein altes Volksfest zu tun.
Bei der Weißergass war das stets anders, aus eigener Erfahrung heraus ist mir bekannt daß alle Kirmesmädchen und Jungen Jahrelang immer bereit waren Alles aber auch wirklich Alles zu geben damit ein schönes Kirmesfest ablaufen konnte, nur die Ecken und Straßensteher haben hinter verholener Hand diese Menschen belächelt, aber wenn dann einmal der Zeitpunkt kommt, wo Alles den Bach hinunterlaufen wird und eine Drohung für den Untergang sich abzeichnet, dann ist das Geschrei sehr groß und Jeder hat es ja Vorher schon genau gewußt, aber anpacken, neue Ideen mit einbringen oder gar selbst etwas tun, das ist nur für kurze Zeit oder garnicht.
Nun hat man sich mit einem anderen Traditionsverein zusammen getan um wieder einen Aufschwung zu erleben, aber Hustekuchen immer die gleichen Gesichter und immer wieder die gleichen Arbeiten für die gleichen Leute, die ganze Mühe scheint umsonst hat man im letzten Jahr noch kräftig mit hingelangt, war es in diesem Jahr schon zu sehen wo hin die Reise geht.
Also zurück zur alten Form, macht die Kirmes kleiner, geht in ein festes Gebäude zum Beispiel die Turnhalle, holt Tanzmusik, beteiligt die Wirte aus der Weißergass an der Kirmes und bindet sie ins Geschehen ein. Von Samstagsabend bis Montagsmorgen, Abschluß muß der Frühschoppen sein. Umzug Sonntags kann muß aber nicht sein, Baumaufstellen kann sein. Sonntags zwei Kapellen in der Weißergass, dann werden die Kosten gesenkt und die Kirmes hat klein aber fein einen Fortbestand.
So könntet Ihr es machen.
Dieses schreibt Euch ein mit Herz an der Weißergass hängender Weißergässer.

 

 

Todesanzeige Weißergasser Kirmes